Von Massagestilen über Berufseinstieg bis hin zu praktischen Tipps — hier beantwortet Peter Baumann die am häufigsten gestellten Fragen rund ums Massieren.
Es gibt zahlreiche Massagemethoden, und „die eine richtige“ existiert nicht. Hier ein Überblick der wichtigsten Stile: Klassische Wellnessmassage (sanfte Streichbewegungen, Knetungen), Traditionelle asiatische Massage (Druckpunkte + Dehnungen), Energetische Massage (Energiebahnen), Aromaölmassage (ätherische Öle), Hot Stone (erhitzte Steine), Deep Tissue (tiefer Gewebe-Druck), Ayurveda (ganzheitlich, Marma-Punkte), Fußreflexzonenmassage, Lomi Lomi (hawaiianisch, fließend), TCM-Massage, Klangschalenmassage, Sportmassage, Schwangerenmassage, Faszienmassage, Hamam, Esalen u.v.m.
Wellnessmassagen werden in Spas von Masseuren, Wellnessmasseur/innen oder Physiotherapeuten angeboten. Im Gegensatz zur medizinischen Massage steht bei der Wellnessmassage die Entspannung von Körper und Geist im Vordergrund – nicht die Behandlung von Erkrankungen.
Die Fußmassage ist äußerst entspannend und wirkt auf den gesamten Körper. Ebenso gut sind eine gut ausgeführte Ganzkörpermassage oder eine Hot Stone Massage. Es kommt letztlich auf die Qualität der Durchführung an.
Eine entspannende Massage sollte niemals schmerzhaft sein. Bei Behandlungsmassagen (starke Verspannungen) kann es zu gewissen Unannehmlichkeiten kommen, die über mehrere Sitzungen nachlassen sollten.
Nach der Massage sollten alkoholische und koffeinhaltige Getränke sowie anstrengende Aktivitäten vermieden werden, damit die Muskeln Zeit zur Regeneration haben und die Entspannung anhält.
Vor der Massage: Ja bitte – frisch gewaschene Haut nimmt Öle besser auf, und dem Masseur macht es eine Freude. Nach der Massage: Nein – die guten Öle würden abgewaschen werden.
Medizinische Massagen: 20–90 Min. | Rehabilitationsmassagen: 60–90 Min. | Wellnessmassagen: 30–120 Min. Nicht kürzer als 30 Min. – erst dann erreicht man echte Entspannung.
Im Durchschnitt zahlt man für eine Stunde zwischen 50 und 100 Euro. Eine 15–20-minütige klassische Massage kostet je nach Praxis 10 bis 40 Euro. Für eine Fußreflexzonenmassage (60 Min.) liegen die Preise bei 60–90 Euro.
Der Begriff „Ganzkörpermassage“ umfasst verschiedene Massagearten. Der Intimbereich wird grundsätzlich ausgelassen. Brustbereich bei Frauen und Po werden nur mit vorheriger Absprache massiert (z.B. bei Ayurveda oder Lomi Lomi).
Meistens beginnt man am Rücken mit erwärmtem Öl. Danach kommen Arme und Beine dran, evtl. auch Füße, Hände und Kopf.
Alles was man möchte – nicht mehr und nicht weniger. Man kann Unterwäsche inkl. BH anbehalten oder auch eine Badehose/Bikini tragen. Der Gast entscheidet selbst.
Empfohlen werden legere Shorts oder Unterwäsche mit einem lockeren T-Shirt oder Tanktop. Bequeme Yoga- oder Strickkleidung ermöglicht dem Masseur die freie Behandlung des Körpers.
Grundsätzlich klären: Wie weit entkleidet sich der Gast | Preis | Vorerkrankungen | Schwangerschaft | Allergien. Bitte alles schriftlich festhalten!
Bei Frauen generell nicht! Es sei denn, es gehört zur Massage (Ayurveda, Schwangerenmassage, teils Lomi Lomi) und wird vorher abgesprochen. Auch bei Männern immer erst nachfragen.
Ja, aber mit besonderer Sorgfalt. Auf der Rückseite immer von der Wirbelsäule weg massieren – niemals über die Wirbelsäule! Auf der Vorderseite den Bereich des Kehlkopfes aussparen.
Meine Empfehlung: Mandelöl und Kokosöl, bitte in Bio-Qualität ohne Duftstoffe. Für Ayurveda: Kokos-, Sesam- oder Mandelöl, oder spezielle Ayurvedamasageöle. Breuss-Massage: traditionell Johanniskrautöl (Rotöl – Achtung: kann Medikamentenwirkung beeinflussen!).
Ja. Viele Marmapunkte aus der ayurvedischen Massage und andere Punkte. Die Marmapunkte wurden vor über 3000 Jahren von Kriegern im alten Indien entdeckt – damals verletzliche Stellen. Sanft massiert erzeugen sie viel Wohlgefühl. Mehr dazu in meinen Kursen.
Nein. Bei der Hot Stone Massage wird sowohl mit den Steinen als auch mit den Händen massiert. Dort, wo nicht aktiv massiert wird, werden Steine zum Wärmen aufgelegt.
Traditionell mit Johanniskrautöl (Rotöl) – pflegend und nährend für die Haut. Achtung: kann die Wirkung von Medikamenten (z.B. die Pille) beeinflussen und macht empfindlich gegenüber UV-Strahlung.
Die Dorn-Breuss-Massage ist medizinisch, aber der Breuss-Anteil allein nicht. Er darf also auch vom Wellnessfachmann ausgeführt werden. Die Dorn-Massage hingegen ist Physiotherapeuten oder medizinisch ausgebildeten Personen vorbehalten.
Nicht durchführen bei: Entzündung von Lymphgefäßen, Fieber, Krampfadern im Fuß- und Unterschenkelbereich, Venenentzündungen, Fremdkörpern im Fuß, Melanomen, Leberflecken am Fuß, Verbrennungen, offenen Wunden, Warzen, Ekzemen oder Furunkeln. Alle Feinheiten werden in meinen Kursen behandelt.
Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Ärzte für medizinische Ziele. Entspannungstherapeuten dürfen solche Massagen ausschließlich präventiv durchführen – also ohne medizinische Absichten!
Laut Philosophie der Fußreflexzonenmassage sind alle Organe am Fuß zu finden – ebenso an den Händen und am Kopf.
Bislang fehlen eindeutige wissenschaftliche oder anatomische Beweise. Einige Schulmediziner bestreiten die Wirksamkeit dieser Therapieform.
Sie kann äußerst angenehm sein und sich regulierend auf den Körper auswirken – besonders wenn man dazu neigt, zu kopflastig zu sein. Während der Massage können gelegentlich schmerzhafte Stellen am Fuß auftreten.
Wenn bestimmte Reflexzonen empfindlich reagieren, kann das auf eine Störung des entsprechenden Organs hinweisen. Weitere Massagen dieser Bereiche können Selbstheilungskräfte stimulieren.
Indem man über die Fußreflexzonen den Stoffwechsel anregt, kann man theoretisch auch die Fettverbrennung ankurbeln. Die Massage bestimmter Reflexzonen kann Stoffwechselprozesse positiv beeinflussen.
Der Solarplexus – er liegt in der Mitte der Fußsohle und spiegelt das große Nervengeflecht zwischen Brustbein und Nabel wider. Seine Massage kann bei Stress-Kopfschmerzen lindernd wirken. Achtung: Das darf nur jemand mit medizinischer Ausbildung!
Häufig stimuliert werden: Punkte am Innenknöchel und an der seitlichen Wade. Genaue Details – und alle anderen Punkte – lernst Du in meinem Kurs.
In der TCM: Der große Zeh steht für den Kopf, in der Mitte befinden sich Lunge und Herz, und die Geschlechtsorgane sind an der Ferse. In anderen Philosophien liegt am großen Zeh sowohl der Kopf bis hinunter zum Nacken.
Die modernen westlichen Techniken wurden Mitte des 20. Jahrhunderts von der amerikanischen Masseurin Eunice D. Ingham (1889–1974) entwickelt. Tatsächlich sind diese Techniken aber bereits über 3000 Jahre alt – sowohl in der TCM (China) als auch in der vedischen Medizin (Indien) praktiziert.
Empfohlen werden 20–30 Minuten. Der Masseur sollte besonders darauf achten, dass gerade diese Massage die Finger intensiv beanspruchen kann.
Ja, sofern man gelenkig genug ist. Allerdings macht es etwa genauso viel Spaß wie sich selbst zu kitzeln. Professionelle Behandlung ist immer wirkungsvoller.
Personen mit mittellangen Zehen zeigen laut Lehre oft schnelle Anpassungsfähigkeit. Flexible, spreizbare Zehen werden spontanen Menschen zugeschrieben. Was wirklich dran ist, erfährst Du in meinem Kurs.
Die Lomi-Lomi-Massage lindert Rückenschmerzen und vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit. Die Haut wird besser durchblutet, der Stoffwechsel gefördert und Stoffwechselprodukte werden leichter abtransportiert.
Der Gast entkleidet sich nur so weit, wie er möchte. Der Effekt ist besser, je weniger Stoff die langen, gleitenden Bewegungen stört. Empfohlen wird: oben herum entkleiden, Bikinislip oder Einwegslip behalten. Die Brüste werden nicht massiert! Vor der Massage wird besprochen, was nicht massiert werden soll. Idealerweise – wie auf Hawaii gelehrt – findet die Massage unbekleidet statt.
Die Lomi Lomi Massage stammt aus Hawaii und ist in der hawaiianischen Tradition nicht nur eine Massage, sondern eine Zeremonie – „Nahrung für Körper und Seele“. Sie wird ausgeführt, wenn neue Lebensphasen beginnen, um Organismus und Seele in Einklang zu bringen.
Lomi Lomi Nui („Tempelmassage“) ähnelt eher therapeutischer Körperarbeit als tiefer muskulärer Massage. Es wird sanft und oberflächlich gearbeitet. Sie wird viel mit Unterarmen und Ellenbogen durchgeführt – sanft, nicht wie Thai-Massage. Durch lange, fließende Bewegungen können auch tiefer liegende Muskeln erreicht werden.
Nach einem Gespräch entkleidet sich der Gast und legt sich auf die Liege. Die Massage beginnt auf der Körperrückseite mit warmem Öl, das in langen Strichen sanft massiert wird. Danach wird die Vorderseite behandelt.
Grundsätzlich ist keine formelle Ausbildung erforderlich. Allerdings kann ein Zertifikat die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich verbessern. Als medizinischer Masseur hingegen braucht man eine mehrjährige staatlich anerkannte Ausbildung. Ohne diese als Wellnessmasseur zu arbeiten wäre eine Straftat – die Behörden sind hier zurecht humorlos!
Zweieinhalbjährige Vollzeitausbildung mit staatlich anerkannter IHK-Prüfung (Teilzeit: ~5 Jahre). Die Ausbildung umfasst Theorie, Praxis übungen und Praktika in Spas oder Physiotherapiepraxen.
Als Angestellter: Netto etwa 48–65% des Bruttolohns, oft unter 2.000 € im Monat. Mein Tipp: Unter 15 € Stundenlohn gar nicht erst anfangen! Als Selbständiger kannst Du bis zu 70 € pro Stunde verdienen (Stand 2023). Wie Du das erreichst, lernst Du in meinen Kursen.
Durchschnittliche Einnahmen bis zu 30.000 Euro pro Jahr, mit steigender Tendenz – besonders in größeren Städten.
Der Beruf des Wellnessmasseurs ist derzeit sehr gefragt, besonders für Menschen, die gerne mit anderen interagieren und auf individuelle Bedürfnisse eingehen können.
Heilpraktiker, die Massagen durchführen, gelten als freiberuflich. Wellnessmasseure ohne Heilpraktiker-Lizenz betreiben ein gewerbliches Unternehmen – Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt ist Pflicht.
Das Wort „Massage“ gilt in Deutschland als medizinische Leistung – das darf nur jemand mit medizinischer Ausbildung! Wellness-Massage darf jeder anbieten, muss sich aber als „Wellnesstherapeut“ oder „Wellnessmasseur“ bezeichnen. „Masseur“ allein = immer Mediziner, Physiotherapeut oder medizinischer Bademeister. Ansonsten drohen Abmahnungen!
Pflicht: Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung, ggf. Massagelizenzen. Außerdem: sauberer und warmer Raum, Berufskleidung, gutes Equipment, klare Preise, Haftpflichtversicherung, bequeme Massageliege (keine Couch!), evtl. Drehstuhl für Fußmassagen. Bitte bei der Gemeinde auch nach feuerfestem Inventar, Gewerbemüll und Gewerbestrom fragen – kein Witz!
Ja – in der Ausbildung zum Massage- und Wellnesstherapeuten werden alle gängigen Techniken vermittelt. Erlernen kann das jeder, der es wirklich möchte.
Sport- oder klassische Massage kann anstrengend sein. Die Wellnessmassage ist – richtig ausgeführt – weniger belastend. Effizientes Arbeiten ohne unnötige Kraftaufwendung ist der Schlüssel. Das lernst Du in meinen Kursen.
Für Privatmassagen kaum. Für fremde Kunden sehr! Kunden buchen heute online, und Gutscheine können rund um die Uhr gekauft und bezahlt werden – der Rettungsanker für vergessliche Ehemänner an Geburtstagen und Feiertagen. 😊
Bei zufriedenstellender Massage ist ein Trinkgeld von etwa 10–15% des Rechnungsbetrags üblich – ähnlich wie in Restaurants.
Ja! Es gibt einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde und eine jährliche Weltmeisterschaft in Stockholm. Peter Baumann belegte 2022 je den 3. Platz unter den deutschen Teilnehmern in den Kategorien Wellnessmassage Western und Wellnessmassage Freestyle. Wäre das nicht ein Ziel für Dich?
Die Kopfauflage muss einen Nasenschlitz haben (erleichtert die Atmung), das Kopfteil weich sein. Ideale Polsterung: 6–10 cm, noch besser mit Heizdecke. Arme neben dem Körper oder hängend. Beine ausgestreckt, evtl. Halbrolle unterlegen. Bei Frauen immer die Füße zudecken – das gibt Pluspunkte!
In meinen Kursen beantworte ich alle Fragen persönlich und Du lernst genau das, was Du im Alltag wirklich brauchst.
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